Berufliche Reha: Wenn der alte Job gesundheitlich nicht mehr geht
Wesentliches vorweg: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) als zweite Säule der Rehabilitation.
Was berufliche Reha bedeutet
Neben der medizinischen Rehabilitation gibt es die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA), umgangssprachlich berufliche Reha genannt. Sie kommen zum Einsatz, wenn eine gesundheitliche Einschränkung die Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit dauerhaft ausschließt oder gefährdet.
Mögliche Leistungen
Zu den LTA-Leistungen zählen unter anderem Umschulungen, innerbetriebliche Anpassungsqualifizierungen, technische Arbeitshilfen, ein Gründungszuschuss bei Selbstständigkeit sowie unterstützende Beratung durch den Reha-Berater der Rentenversicherung oder der Agentur für Arbeit.
Der Grundsatz Reha vor Rente
Der Sozialstaat folgt dem Grundsatz Reha vor Rente: Bevor eine Erwerbsminderungsrente bewilligt wird, muss geprüft werden, ob medizinische oder berufliche Reha-Maßnahmen die Erwerbsfähigkeit erhalten können. Das betrifft insbesondere Berufe mit hoher körperlicher Belastung.
Stufenweise Wiedereingliederung
Nach einer längeren Erkrankung kann die stufenweise Wiedereingliederung (auch Hamburger Modell genannt) helfen, schrittweise mit reduzierter Stundenzahl in den alten Job zurückzukehren. Sie wird von der Krankenkasse oder Rentenversicherung unterstützt und in Abstimmung mit dem Arbeitgeber umgesetzt.
Sozialverbände wie VdK oder SoVD beraten Mitglieder kostengünstig bei Widerspruch und Klage.
Häufige Fragen
Betroffene und Angehörige stellen zu diesem Punkt häufig folgende Fragen.
Was ist eine sozialmedizinische Leistungsbeurteilung?
Sie ist Teil des Entlassungsberichts und schätzt ein, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen eine Rückkehr ins Erwerbsleben möglich ist. Sie beeinflusst häufig Folgeentscheidungen wie Erwerbsminderungsrente oder weitere Reha-Maßnahmen.
Wie finde ich heraus, welches Bundesland für mich zuständig ist?
Die Zuständigkeit richtet sich nicht nach dem Bundesland, sondern nach dem Kostenträger (Rentenversicherung, Krankenkasse oder Berufsgenossenschaft) und dessen Regionalstruktur. Das Bundesland bestimmt lediglich, welche Reha-Einrichtungen in der Nähe liegen.
Was ist der Unterschied zwischen AHB und einer normalen Reha?
Die AHB (Anschlussheilbehandlung) schliesst zeitnah an einen Krankenhausaufenthalt an, oft mit beschleunigtem Verfahren. Ein reguläres Heilverfahren wird unabhängig von einem Krankenhausaufenthalt eigenständig beantragt, die Bearbeitung dauert meist länger.
Was ist der Unterschied zwischen Reha-Klinik und Krankenhaus?
Krankenhäuser behandeln akute Erkrankungen und Notfälle. Reha-Kliniken setzen im Anschluss an oder unabhängig von einer Akutbehandlung an, mit dem Ziel, Funktionsfähigkeit und Erwerbsfähigkeit über einen längeren Zeitraum wiederherzustellen.
Gibt es Reha-Angebote speziell für Kinder und Jugendliche?
Ja, die Kinder- und Jugendrehabilitation behandelt chronisch kranke Kinder und Jugendliche, etwa bei Asthma, Neurodermitis, Adipositas oder Diabetes Typ 1, meist mit begleitendem Schulunterricht während der Reha-Zeit.