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Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

Die Kurzantwort: Entwöhnungsbehandlung bei Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit.

Typische Dauerstationär meist 8 bis 16 Wochen, ambulant länger
KostenträgerDeutsche Rentenversicherung, Gesetzliche Krankenkasse

Was diese Reha umfasst

In Gesprächen mit dem Sozialdienst taucht Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen regelmäßig auf. Die Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen (umgangssprachlich Entwöhnungsbehandlung oder Sucht-Reha) folgt in der Regel auf eine körperliche Entgiftung im Krankenhaus. Sie behandelt Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit sowie zunehmend auch Verhaltenssüchte. Der Behandlungsansatz ist meist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet und schließt Rückfallprophylaxe, soziale Wiedereingliederung und bei Bedarf eine Adaptionsphase zur schrittweisen Rückkehr in den Alltag ein.

Typische Anlässe

Was das für Betroffene bedeutet

Im Zusammenspiel mit weiteren Verfahrensschritten wird die Bedeutung deutlich. Für die Zeit nach der Reha ist Reha-Sport oder Funktionstraining oft eine sinnvolle Ergänzung, um die erzielten Fortschritte zu halten. Beides muss gesondert ärztlich verordnet und beim Kostenträger genehmigt werden.

Antrag und Kostenträger

Der übliche Weg führt über die folgenden Stationen: Mehr zur Antragstellung im Ratgeber Reha-Antrag stellen und zu den Zuständigkeiten im Ratgeber Kostenträger der Reha.

Was oft übersehen wird

Ein Punkt, der gerne übersehen wird, ist die Widerspruchsfrist von einem Monat ab Zugang des Bescheids — nicht ab Ausstellungsdatum.

Aus der Praxis

Bei Unsicherheit über den richtigen Kostenträger hilft ein Anruf bei der Rentenversicherung oder Krankenkasse weiter — die Klärungspflicht liegt beim Träger.

Häufige Fragen

Aus dem redaktionellen Alltag: die häufigsten Fragen zum Thema.

Zählt eine Reha als Krankschreibung?

Während einer stationären Reha gelten Sie in der Regel als arbeitsunfähig beziehungsweise die Reha-Zeit wird entsprechend angerechnet. Details klärt der behandelnde Betrieb oder Arbeitgeber am besten direkt mit der Krankenkasse.

Was passiert bei einem Abbruch der Reha-Maßnahme?

Ein Abbruch aus medizinischen Gründen wird vom ärztlichen Personal der Einrichtung dokumentiert und dem Kostenträger gemeldet. Ein eigenmächtiger Abbruch ohne medizinischen Grund kann sich auf spätere Anträge auswirken.

Was bedeutet es, wenn eine Reha-Einrichtung Vertragspartner der Krankenkasse ist?

Vertragskliniken haben feste Konditionen mit der jeweiligen Krankenkasse vereinbart. Bei einer Wunscheinrichtung außerhalb dieses Vertragsnetzes können unter Umständen Mehrkosten für die versicherte Person entstehen.

Bekomme ich während der Reha weiter Gehalt?

In der Regel wird während der Reha Übergangsgeld (bei Zuständigkeit der Rentenversicherung) oder Verletztengeld (bei der Berufsgenossenschaft) gezahlt, sofern zuvor Anspruch auf Krankengeld oder eine vergleichbare Leistung bestand. Die Höhe orientiert sich am vorherigen Nettoeinkommen.

Was passiert nach dem Ende der Reha?

Am Ende steht ein Entlassungsbericht mit Behandlungsverlauf, Ergebnissen und einer sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung, der an Kostenträger und weiterbehandelnde Ärzte geht. Je nach Ergebnis können Reha-Sport, Funktionstraining oder eine stufenweise Wiedereingliederung folgen.